Das Netzwerks organisiert und fördert zwei Mal im Jahr bundesweiten Treffen für von Brustkrebs betroffene Männer. Diese dienen vorwiegend dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Unterstützung. Auch die Lebenspartnerinnen der von Brustkrebs betroffenen Männer sind zu diesen Treffen eingeladen und können sich in eigenen Gesprächsrunden über die Belastungen als Angehörige von Krebspatienten austauschen.
Bei den Treffen wird auch über medizinische und gesundheitliche Themenschwerpunkte informiert zu denen meist Fachleute hinzugezogen werden.
Das erste Patiententreffen 2026 fand in der Zeit vom 10. bis 12.April wieder in Bonn/Bad Godesberg statt.
Hier der Bericht von
Reinhold Löhr und Ilse Löhr-Jayme
Bericht zu dem bundesweiten Patiententreffen des Vereins „Netzwerk Männer mit Brustkrebs e.V.“ vom 10.-12.4.2026 in Bonn/Bad Godesberg
Im Folgenden möchten wir einen persönlichen Bericht zu unseren Eindrücken und Erfahrungen zum o.a. Treffen zusammenfassen. Es ist kein Protokoll des Treffens und hat bewusst einen subjektiven Charakter.
PK lud Anfang Februar zum Treffen nach Bonn ein.
Der Ablaufplan wies auf interessante Vorträge und Gespräche hin, forderte jedoch auch von Neulingen, wie wir es sind, einen Vertrauensvorschuss.
Wir konnten wegen gewisser Unpässlichkeiten (Unfall) unsere Teilnahme nicht umgehend zusagen. Jedoch gelang es, auch äußerst kurzfristig, noch teilzunehmen. Wir bedanken uns für die spontane Hilfe bei den Organisatoren.
Am Freitagnachmittag (10.4.) trafen sich schon viele Teilnehmer an der Rezeption des Veranstaltungsortes (Gustav-Stresemann-Institut) und als Neulinge nahmen wir eine herzliche Atmosphäre wahr. In vielen persönlichen Gesprächen wurde sich ausgetauscht und das Thema Krebs spielte in dieser lockeren Runde, soweit wir es wahrnehmen konnten, wenn überhaupt nur eine geringe Rolle. Beim gemeinsamen Abendessen und beim anschließenden Beisammensein schöpften wir Vertrauen zum Teilnehmerkreis.
Wir waren an diesem Abend bei den Letzten, die die Veranstaltung verließen.
Am folgenden Tag startete nach einer heiteren, auflockernden Vorstellungsrunde das Programm.
PK wies darauf hin, dass das Thema „Strahlentherapie“ ausfallen musste, aber ersetzt werden konnte durch Vorträge von Breast Care Nurses (BCN) aus der Uniklinik Bonn.
Im ersten Vortrag wurden die Aufgaben der BCN im Allgemeinen beschrieben, von deren Einbindung in die diagnostischen, die folgenden Arbeiten in der akuten, therapeutischen Phase (KH) und in der Nachsorge.
Im zweiten kurzweiligen Vortrag beschäftigte sich eine BCN mit Empfehlungen an die Patienten zur Gestaltung ihres Alltags, zu körperlichen Aktivitäten und Ernährung, aber auch zu sozialen Aktivitäten.
Ergänzt wurde der Vortrag durch eine Ärztin der Uniklinik. Sie stellte die Behandlungseinrichtungen der Klinik vor, sprach über die Auswahl von Therapiekonzepten und deren Folgen. Auch sie ging auf Lebensstil, ggfs. dessen Änderung und Nachsorge ein.
In einem weiteren Vortrag wurden bildgebende Verfahren zur Diagnose, Therapie und Überwachung der Brustkrebserkrankung vorgestellt. Fr. Dr. Wolfgarten, Privatpraxis Bonn, kann auf eine breite Erfahrung mit folgenden Verfahren verweisen:
Sonographie (insbesondere auf Sono-Tomographie), Mammographie und Kernspintomo-graphie (MRT, magnetic resonance tomography), die alle im Zuge der Brustkrebsindikation gezielt herangezogen werden können. Sie dienen der Diagnostik (u.a. ultraschallgeführte Stanzbiopsien), der Therapie (kurative Mammographie), der Nachsorge aber auch zur Verfolgung von Veränderungen am Tumor, Lymphknoten und Metastasen unter der Behandlung.
Mit vielen Beispielen konnte sie den Wert dieser Verfahren zeigen, um ein differenzierendes Bild von Veränderungen aufzuzeigen und Fehldiagnosen zu vermeiden.
Während der ausgezeichneten Vorträge waren Rückfragen erlaubt und kurze Diskussionen trugen dazu bei, ein besseres Verständnis zu den jeweiligen Themen zu entwickeln.
Am späteren Nachmittag trennten sich die Patienten von ihren Partnerinnen für unterschiedliche Gesprächskreise.
Die Patienten wählten aus fünf Themenvorschlägen drei aus, die rollierend jeweils in drei Gruppen vertrauensvoll besprochen wurden. Die Vorschläge und Ergebnisse wurden von den Moderatoren der jeweiligen Gruppen im Plenum der Patienten vorgestellt.
Die ausgewählten Themen waren:
Interessant war dabei, wie stark sich die angesprochenen, wichtigen Themen in den Gruppengesprächen miteinander verzahnten. Bei mir entstand der Eindruck, dass das Thema soziales Umfeld und die vielen Wechselwirkungen bei den meisten Betroffenen von besonderer Bedeutung ist.
Mein Vorschlag wäre, dieses Thema in Zukunft, ggfs. auch in einem Plenarvortrag, aufzugreifen.
Die Frauen der Patienten trafen sich in einem eigenen Raum zum Zwecke des gemeinsamen Erfahrungsaustausches. Hervorheben möchte ich, dass die Gespräche völlig unkompliziert und offen geführt wurden und dabei viel gelacht wurde. Ich merkte, dass meine Erfahrungen im Umgang mit der Erkrankung sowohl in der Partnerschaft als auch in der Familie von den anderen Frauen weitgehend geteilt wurden. Ich traf auf viel Verständnis und bekam mutmachende Unterstützung.
Über das Netzwerk-Treffen im Allgemeinen möchte ich als Angehörige anmerken, dass es mir gutgetan hat, so viele betroffene Männer und ihre Partnerinnen kennengelernt zu haben und dass dadurch die Krankheit an Schwere verloren hat.
Die Teilnehmer/innen kamen aus allen Regionen in Deutschland, aus ganz unterschiedlichen Berufen und Familiensituationen und haben dementsprechend die unterschiedlichsten Pläne für Reisen, Urlaube, sportliche Aktivitäten. Alleine drei Paare brachten ihre Hunde mit.
Beeindruckt haben uns die kreativen Ideen der Männer zur Öffentlichkeitsarbeit. Es wurde z. B. eine Wanderausstellung mit großen, fotografisch exzellenten Schwarzweiß-Porträts von den Patienten bis zur Brust gezeigt, alle abgebildeten Männer tragen eine blaue Fliege, das gemeinsame Erkennungszeichen. Es wurde eine Losverkaufsaktion mit Sponsorenunterstützung während eines Fußballspiels in Darmstadt durchgeführt. Einzelne Patienten haben sich und ihre Berufe auf lebensgroßen Plakataufstellern dargestellt. Andere Teilnehmer nahmen aktiv an Sportveranstaltungen teil und warben dabei für unser Thema und das Netzwerk.
Kurzum: Die Teilnehmer/innen der Runde zeigten sich als ein Kreis von aufgeschlossenen, aktiven und ideenreichen Menschen.
Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde auch am Samstagabend in geselliger Runde vieles Weitere informell ausgetauscht.
Der Sonntag startete mit einem frühen Spaziergang durch die Rheinauen.
Am Vormittag wurden weitere organisatorische Einzelheiten erledigt, über kommende Veranstaltungen unterschiedlicher themenbezogener Organisationen informiert und die Mitgliederversammlung durchgeführt. Zur Mitgliederversammlung wird ein separates Protokoll erstellt.
Zuvor berichtete Claudia Bittorf über Struktur und die Aktivitäten des Netzwerkes Frauen-Selbsthilfe Krebs. Dies ist die Organisation, aus der das Netzwerk der Männer hervorging.
In einer Feedback-Runde zeigte sich die Zufriedenheit der Teilnehmer/innen mit der Veranstaltung und der Dank aller an die Organisatoren des Treffens kam zum Ausdruck. Besonderer Dank gilt allen Teilnehmer/innen für die offenen, vertrauensvollen Gespräche und Beiträge.

Das zweite Patiententreffen im Jahre 2026 ist in der Zeit vom 16. bis 18. Oktober 2026 in Heilbad Heiligenstadt geplant.