Unser Konzept

Das Konzept des Vereins besteht aus einer Kombination von psychosozialer Unterstützung, Information und Beratung sowie politischer Interessenvertretung. Es lässt sich zusammenfassen unter dem Leitgedanken „Auffangen -  Informieren -  Begleiten“ den wir von unserer Dachorganisation der Frauenselbsthilfe nach Krebs übernommen haben.

Psychosoziale Unterstützung

Männer, die sich dem Netzwerk anschließen, profitieren von der besonderen psychosozialen Unterstützung, die Selbsthilfe zu bieten vermag. Gleichbetroffene wissen aus eigenem Erleben, was Neuerkrankte empfinden. Sie kennen den Moment des Schocks bei der Diagnosestellung, die Hilflosigkeit in der ersten Phase der Behandlungen und die vorherrschenden Ängste und Gefühle nach der abgeschlossenen Primärtherapie. Sie vermitteln allein durch ihr Dasein Hoffnung und Zuversicht und signalisieren, dass der Weg nicht allein gegangen werden muss. Ihre Aussagen haben eine hohe Glaubwürdigkeit und Gespräche die besondere Intensität, wie sie nur unter Gleichbetroffenen möglich ist.

Bereits in der Phase zwischen Diagnosemitteilung und Therapiebeginn sind die Erfahrungen anderer Betroffener sehr nützlich. Sie helfen die verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen, beleuchten Motivation und Argumente für oder gegen bestimmte Vorgehensweise. Es werden Denkanstöße und positive Perspektiven gegeben, um die eigenen Ressourcen zu erkennen und zu nutzen, den eigenen Krankheitsverlauf aktiv mitzugestalten und den eigenen, individuellen Weg zu gehen.

Informationen zu medizinischen und sozialen Leistungen

Ein Vorwissen über Brustkrebs ist bei neuerkrankten Männern meist nicht vorhanden. Die Informationslage zum männlichen Mammakarzinom ist derzeit dürftig. Wissenschaftlich gesicherte Patienteninformationen sind jedoch die Grundvoraussetzung dafür, dass Patienten ihre Erkrankung und die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Schritte verstehen. Nur so können sie den Nutzen und Schaden einzelner Maßnahmen gegeneinander abwägen, ihrem Arzt die „richtigen“ Fragen stellen und anstehende Entscheidungen gemeinsam mit ihm im Sinne der „Partizipativen Entscheidungsfindung“ (Shared-Decision-Making) treffen. Als selbstbewusste und aufgeklärte Partner der professionellen Helfer können sie dann aktiv ihren Gesundungsprozess durch Therapietreue und Eigenverantwortung mitgestalten.

Neben dem Wissensdefizit über die medizinischen Möglichkeiten sind für Neuerkrankte auch die Leistungsansprüche der gesetzlichen Krankenkassen zunächst intransparent. Das Netzwerk informiert daher auch über soziale Hilfen, Versicherungs- und Schwerbehindertenrecht, Anschlussheilbehandlungen, Rehabilitation und vieles andere mehr.

Gesundheitspolitische Interessenvertretung

Im Falle der Männer mit Brustkrebs ist die Vertretung ihrer Interessen besonders wichtig. Aufgrund der Seltenheit des männlichen Mammakarzinoms basieren Erkenntnisse zu Diagnostik und Therapie generell auf Forschungsergebnissen, die aus Studien zum Mammakarzinom der Frau generiert wurden, oder auf retrospektiven Erhebungen und Studien mit sehr geringer Fallzahl. Diese Forschungslage ist mit dafür verantwortlich, dass wissenschaftlich fundierte Konzepte zum Management der Erkrankung beim Mann nicht existieren. Viele Ärzte wissen beispielsweise nicht einmal, dass Männer mit Brustkrebs in Brustzentren behandelt werden sollten. Das Netzwerk sieht es daher als eine vordringliche Aufgabe an, mit Hilfe der Frauenselbsthilfe nach Krebs und anderen Patientenorganisationen die Forschung zum männlichen Brustkrebs voranzutreiben und die Interessen der Betroffenen überall dort zu vertreten wo Weichenstellungen für krebskranke Menschen vorgenommen, Versorgungskonzepte entwickelt und Kostenbudgetierungen festgelegt werden.

 

Zum SeitenanfangSeite druckenLetzte Änderung: 18.09.2016

Ausdruck von der Internet-Seite www.brustkrebs-beim-mann.de