Behandlung

In der Regel werden bei der Behandlung des männlichen Brustkrebses die gleichen Vorgehensweisen gewählt wie bei der Frau. Diese Behandlungskonzepte sind u.a. in einer Informationsbroschüre der Deutschen Krebshilfe sehr gut nachzulesen:

Blauer Ratgeber Brustkrebs der Deutschen Krebshilfe

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutschen Krebsgesellschaft e.V.  und die Deutsche Krebshilfe e.V. haben im Juli 2012 eine neue Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms der Frau veröffentlicht. Links zur Kurz- und zur Langfassung der Leitlinie finden sich hier:

www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-045OL.html

Auf dieser Internet-Seite wird auch eine Patientenleitlinie angeboten, die speziell auf die Informationsbedürfnisse von Patienten ausgerichtet ist. Sie stammt allerdings noch aus dem Jahr 2009.

Bei der Behandlung von Männern gibt es einige Besonderheiten:

Operation

Da es beim Mann in der Brust in der Regel weniger umgebendes Gewebe gibt, kann es schwieriger sein, den Tumor mit dem notwendigen Sicherheitsabstand zu entfernen. Der  kosmetische Aspekt spielt dagegen bei ihrer Operation eine eher untergeordnete Rolle.

Systemische Hormontherapie

In fast allen Fällen haben die Mammakarzinome beim Mann Hormonrezeptoren. Alle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass auch bei Männern eine Therapie mit dem Rezeptorenmodulator Tamoxifen das Risiko von Rezidiven verringert und die Überlebenschancen verbessert.

Allerdings ist nicht klar, ob Männer im gleichen Maße von der Therapie profitieren wie Frauen, wie die optimale Dauer der Therapie ist und wie die Nebenwirkungen der Therapie gemildert werden können. Es wird geschätzt, dass ca. 20 Prozent der Männer die Therapie wegen der  Nebenwirkungen vorzeitig abbrechen.

Bei Versagen oder Unverträglichkeit der Tamoxifentherapie ist die Therapie mit Aromatasehemmern bei Frauen eine durch viele Studien belegte Alternative. Für Männer gibt es hierzu keine Daten. Zwar wird durch dieses Medikament auch beim Mann die Umwandlung von Testosteron in Östrogene gehemmt, aber gleichzeitig steigt die - normalerweise nur geringe - direkte Produktion von Östrogenen in den Hoden. So wird diese Therapie meist nur mit gleichzeitiger Anwendung von GnrH-Analoga empfohlen. Diese legen die Funktion der Hoden still, was gravierende Auswirkungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die Psyche hat. Die Wirksamkeit dieser Therapie bei Männern ist nicht durch Studien belegt.

Auch bei neu entwickelten  Medikamenten (z.B. der Rezeptorenmodulator Fulvestrant oder zielgerichtete Behandlungen wie mit Everolimus) die auf Grund von Studien bei Frauen zugelassen sind, bestehen keine gesicherten Erkenntnisse über Wirkungen beim männlichen Brustkrebs. Insgesamt sind die Behandlungsoptionen beim Mann also deutlich eingeschränkt.

Spezielle Behandlungsleitlinien für den männlichen Brustkrebs haben zwei Fachgesellschaften erstellt:

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie
siehe hier: Mammakarzinom des Mannes

Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie
siehe hier: Brustkrebs: Spezielle Situationen  (Seiten 12 und 13)

Zum SeitenanfangSeite druckenLetzte Änderung: 19.09.2016

Ausdruck von der Internet-Seite www.brustkrebs-beim-mann.de