Bundestreffen des Netzwerkes vom 10. bis 11. März in Kassel

Bei herrlichstem Frühlingswetter kam in Kassel Mitte März das Netzwerk der Männer mit Brustkrebs zu seinem nunmehr fünften Treffen zusammen. Ich war zum ersten Mal dabei und war beeindruck von der hervorragend organisierten Veranstaltung. Ich fühlte mich gleich pudelwohl unter den 22 Teilnehmern: Männer zwischen 40 und 76 Jahren, die aus allen Teilen der Republik und sogar aus Österreich angereist waren.

Gruppenfoto

In der Vorstellungsrunde erfuhr ich das erste Mal, dass wir zwar alle Brustkrebspatienten sind, Operation, Diagnosen und Nachbehandlungen jedoch bei jedem ein unterschiedliches Bild ergeben. Es stellte sich aber auch heraus, dass wir alle mehr oder weniger stark mit den Nebenwirkungen der Antihormonbehandlung zu kämpfen haben. Von Gliederschmerzen bis zu starken Depressionen wurde berichtet. Die Auswirkungen sind bei den meisten so heftig, dass die Lebensqualität stark beeinträchtigt ist.

Vortrag Dr. RudlowskiNeben dem intensiven Austausch mit den anderen Teilnehmern stellte der Vortrag von PD Dr. med. Christian Rudlowski, leitendem Oberarzt der  Universitäts-Frauenklinik Bonn, ein weiteres Highlight der Veranstaltung dar. Dr. Rudlowski hat mehrere wissenschaftliche Arbeiten zum männlichen Brustkrebs veröffentlicht. Die Befürchtung der beiden Organisatoren – Peter Jurmeister und Kuno Meyer -, dass die geplante Länge des Vortrags von zwei Stunden viel zu lang sei, erwies sich schnell als unbegründet. Die Zeit verging angesichts der vielen wichtigen Informationen über neue Behandlungsmethoden und ErkenDiskussionntnisse wie im Flug. Die anschließende Diskussion war ebenfalls sehr bereichernd. So konnten viele Fragen der Anwesenden sofort beantwortet und ausdiskutiert werden. Auch meine Fragen zu der Gefahr von Wechselwirkungen durch die Einnahme verschiedener Medikamente wurden beantwortet.

 

Am zweiten Veranstaltungstag hielt unter anderem einer der Betroffenen, Willi Schroeder, einen Vortrag, in dem er von seinem Engagement in seiner Heimatstadt Aachen berichtete. Er ist dort sehr aktiv, damit unsere Krankheit besser bekannt wird. Wir leben noch, so seine Aussage, weil bei uns die Erkrankung rechtzeitig erkannt wurde. Durch die Arbeit des Netzwerks, so hofft er, könnten wir weitere Leben retten.

Auch etwas Besinnliches brachte Willy mit - eine kleine Geschichte, die uns bewusst machte, dass uns an jedem neuen Tag 86.400 Sekunden Leben geschenkt werden. Gerade wir Krebskranke wollen jedes neue Tagesgeschenk bewusst erleben!

DiskussionenSo hatte die Veranstaltung alles zu bieten: viele interessante Informationen, gute Gespräche mit anderen Betroffenen, Mitarbeit bei organisatorischen Fragen, Besinnliches, aber auch Unterhaltsames und Amüsantes, denn abends in fröhlicher, geselliger Runde spielten Krankheiten keine Rolle mehr.

Ich - und damit bin ich sicherlich nicht allein - freue mich schon auf unser nächstes Netzwerktreffen in Magdeburg. Dieses findet während der Bundestagung der Frauenselbsthilfe nach Krebs statt, unter deren Schirmherrschaft wir stehen und die uns unsere Arbeit im Netzwerk durch finanzielle und organisatorische Unterstützung überhaupt erst ermöglicht. Vielen Dank dafür.

Odalbert Rosse
Halle – Sachsen/Anhalt

Zum SeitenanfangSeite druckenLetzte Änderung: 07.05.2012

Ausdruck von der Internet-Seite www.brustkrebs-beim-mann.de