Die Gründung des Netzwerks
Magdeburg, August 2010

Ein Netzwerk für Männer mit Brustkrebs! Wozu soll das gut sein? Nur ungefähr 500 Neuerkrankte gibt es pro Jahr. Auf 100 Frauen, die an dieser Tumorform erkranken, kommt gerade einmal ein Mann. Und was hat die Frauenselbsthilfe nach Krebs damit zu tun?

Doch genau so ein Netzwerk ist während der Bundestagung der Frauenselbsthilfe nach Krebs gegründet worden! 13 Betroffene sind aus dem ganzen Bundesgebiet extra dafür nach Magdeburg gereist und haben an diesem Ereignis teilgenommen.

Mithilfe einer intensiven Informationskampagne der Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) wurde im Vorfeld der geplanten Netzwerkgründung auf das Thema aufmerksam gemacht. Sowohl in Brust- und Rehazentren als auch bei Gynäkologen und Onkologen wurden Informationsflyer ausgelegt, um betroffene Männer über die Initiative zu informieren. Außerdem erschienen Artikel zum Thema in verschiedenen Medien.Der Erfolg: Bis Anfang August 2010 meldeten sich immerhin 26 Männer mit Brustkrebs in der Bundesgeschäftsstelle der FSH. Von ihnen hatten 13 Interesse und Zeit, zur Bundestagung der FSH nach Magdeburg zu kommen, um dort das Netzwerk auf die Beine zu stellen.

Bereits in der Vorbereitungsphase der Initiative zeigten erste Kontakte zu den anderen Mitstreitern, dass der persönliche Austausch sehr hilfreich ist, um mit den psychischen Belastungen dieser lebensbedrohenden Krebskrankheit besser umgehen zu können.

ButtonDieser Eindruck verstärkte sich in Magdeburg noch. Bereits beim Einchecken im Hotel kam es an der Rezeption zu ersten Kontakten. Weitere Kontakte entstanden an dem Schalter, an dem unsere Namensschilder ausgegeben wurden.

Die FSH war zudem auf die nette Idee gekommen, grüne Buttons zum Anstecken an uns auszuteilen, so dass wir Mitstreiter uns in der großen Menge der Tagungsteilnehmer sogleich erkennen konnten.

Das erste Treffen der Männer mit Brustkrebs fand bereits am Tag vor der eigentlichen Netzwerkgründung in einer der Sitzecken des Veranstaltungshotels statt. Unser Ansprechpartner war dort Peter Jurmeister, der gemeinsam mit der FSH die Voraborganisation übernommen hatte. Da viele Teilnehmer sich bereits beim Einchecken oder der Ausgabe der Namensschildchen kennengelernt hatten, fühlten wir uns sofort vertraut miteinander und es fand direkt ein reger Austausch statt.

Mit dem Vortrag „Zwischen allen Stühlen?! Brustkrebs beim Mann“, der von Dr. Carsten Schulz (Charité Berlin) am zweiten Kongresstag vor allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehalten wurde, begann für uns Männer dann die „eigentliche“ Veranstaltung. Im Anschluss an den Vortrag folgte der Workshop zur Netzwerkgründung. Bevor wir Männer uns dort jedoch mit den Details zum Aufbau des Netzwerks auseinander setzten, standen  Dr. Schulz und Dr. Holm Eggemann vom Brustzentrum Magdeburg, der ebenfalls zur Bundestagung gekommen war, für medizinische Fragen zur Verfügung.

Erste Ergebnisse

Nach einer lebendigen Diskussion aller Teilnehmer über die inhaltlichen und technischen Details des geplanten Netzwerks konnten wir folgende Punkte festhalten:

  • Acht Teilnehmer der Runde haben sich als Ansprechpartner für Betroffene (telefonisch und online) zur Verfügung gestellt. Sie decken die Bundesrepublik geographisch fast komplett ab. Die Namen und Telefonnummern sowie Mail-Adressen dieser Ansprechpartner werden von der Bundesgeschäftsstelle der FSH in Bonn an Rat- und Austauschsuchende weitergegeben.
  • Die Betroffenen, die sich per Telefon oder per Mail melden, werden – soweit dies gewünscht ist – in die Datenbank der FSH aufgenommen. Die Zusicherung äußerster Diskretion ist selbstverständlich.
  • Die bereits geschaltete Domain www.brustkrebs-beim-mann.de, die zurzeit auf die Seiten der Frauenselbsthilfe verweist, wird nun zu einer eigenen Website ausgebaut. Eine Arbeitsgruppe aus dem Kreis der Netzwerkinitiatoren wird sich um die inhaltliche Ausgestaltung kümmern. Für Technik, Layout und regelmäßige Pflege dieser Website stellt die FSH ihre Ressourcen zur Verfügung.
  • Um das Netzwerk mit Leben zu füllen und die in Magdeburg angesprochenen Aspekte zu vertiefen, wird im November ein erstes bundesweites treffen in Frankfurt stattfinden. Derartige Treffen sollen künftig in regelmäßigen Abständen angeboten werden.
  • Der Termin des ersten Treffens und auch die Ergebnisse des Workshops in Magdeburg werden zeitnah an alle, die schon in die Datenbank der FSH aufgenommen wurden, kommuniziert. Außerdem wird im Magazin der FSH, der perspektive, und auf der Homepage der FSH über die Netzwerkgründung berichtet.
  • Ein Info-Flyer über Ziel und Zweck sowie Angebote des Netzwerkes werden auf der Tagung im November vorgestellt.

GruppenfotoMit diesen ersten Ergebnissen des Workshops haben wir einen guten Grundstein gelegt, um das Projekt „Netzwerk für Männer mit Brustkrebs“ zu einem Erfolg werden zu lassen. Daneben hat mir dieses Wochenende aber auch ganz persönlich viel gebracht, da ich nun endlich das Gefühl habe, mit meinen Problemen nicht allein dazustehen. Und ich glaube, das ging auch allen anderen Teilnehmern so.

Kuno Meyer
Friedland in Niedersachsen

Auszüge aus einem Artikel über die Netzwerkgründung; erschienen in: "perspektive", Ausgabe 4/2010, S. 12 - 14.

Zum SeitenanfangSeite druckenLetzte Änderung: 07.05.2012

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