Treffen des Netzwerkes vom 26. bis 28. August 2011

In regelmäßigen Treffen einen Erfahrungsaustausch ermöglichen, örtliche Informationsveranstaltungen organisieren oder in der persönlichen Begegnung Erkrankten Hilfestellung geben – dies und noch vieles mehr leisten Selbsthilfegruppen vor Ort. Bei seltenen Krankheiten finden sich allerdings auf örtlicher Ebene nur vereinzelt Gleichbetroffene. Sie haben daher meist keine Möglichkeit, eine Gruppen zu bilden und bleiben so mit ihrer Erkrankung häufig auf sich selbst gestellt.

Trotz der Rarität der Krankheit sind wir Männer mit Brustkrebs, dank der Initiative und Unterstützung der Frauenselbsthilfe nach Krebs, in einer vergleichsweise privilegierten Situation. Wie bereits im vergangenen Jahr bei der Netzwerkgründung ermöglichte es uns die FSH auch dieses Jahr, dass sich Betroffene aus dem gesamten Bundesgebiet im Rahmen der Bundestagung in Magdeburg treffen konnten.

Schon freitags während der Mittagszeit hatten sich die meisten Netzwerkmitglieder gefunden. Viele kannten sich schon von vorhergehenden Treffen, aber auch die neuen Teilnehmer hatten natürlich nur wenig Mühe unsere Männergruppe in der „Frauenversammlung“ zu finden.
Mit jedem eintreffenden Gruppenmitglied steigerte sich das Gefühl, mit der Krankheit nicht allein gelassen zu sein, und recht bald entwickelte sich ein reger Austausch über persönliche Erfahrungen. Großes Interesse fanden dann auch die Vorträge der Bundestagung.

Natürlich waren am Samstagnachmittag alle besonders gespannt auf die ersten Ergebnisse einer retrospektiven Registerstudie, die Dr. Holm Eggemann von der Universitätsfrauenklinik Magdeburg in dem speziellen Parallelogramm für das Netzwerk vorstellte. Neben einer weiteren Studie in der Vorbereitungsphase, ist diese die einzige aktuelle deutsche Studie zum männlichen Brustkrebs.
Im Laufe der Veranstaltung wurde dann immer deutlicher, wo der besondere Vorteil liegt, das Netzwerktreffen mit der Bundestagung zu kombinieren. Zwar ist, auf Grund der teils unterschiedlichen Problemstellungen, eine Teilnahme von Männern bei den Treffen der örtlichen Brustkrebs-Selbsthilfegruppen in der Regel nicht sinnvoll. Aber es besteht auf beiden Seiten der Wunsch nach einer engen Zusammenarbeit, die oft erst durch persönliche Kontakte zwischen Gruppenleiterinnen und Netzwerkmitglieder initiiert und intensiviert wird. Dafür ist die Bundestagung eine ideale Plattform.

In einigen Fällen haben sich bereits auf örtlicher Ebene Kooperationen zwischen betroffenen Männern und Gruppen gebildet. Leider gibt es jedoch für derartige Initiativen auf unserer Seite nur beschränkte Ressourcen.

Auf der Bundestagung haben sich für die Regionen Aachen, Essen, Göttingen, Hildesheim, Mannheim/Heidelberg und Karlsruhe Netzwerkmitglieder gefunden, die mit den örtlichen Gruppen der FSH eine Zusammenarbeit suchen werden und für neu betroffene Männer als örtliche Ansprechpartner dienen sollen.

Unabhängig von den sachbezogenen Kontakten haben sich auch dieses Jahr wieder zahlreiche persönliche Bekanntschaften ergeben, die immer mehr dazu führen, dass wir uns wie jede andere Gruppe als Teil der FSH fühlen.

Peter Jurmeister
Gründungsmitglied des Netzwerkes

Zum SeitenanfangSeite druckenLetzte Änderung: 04.10.2011

Ausdruck von der Internet-Seite www.brustkrebs-beim-mann.de